Gäste
Kostenlose Stornierung bis 45 Tage vor Anreise bei ausgewiesenen Unterkünften.
Artikel erstellt am 26.08.2015

Glamouröse Bäderarchitektur – Das elegante Markenzeichen Rügens

Der Glanz vergangener Tage schimmert auf Rügen an vielen Orten durch. Ganz besonders präsent ist er aber natürlich in den von der Bäderarchitektur geprägten Seebädern, die bis heute nichts von ihrem luxuriösen Flair eingebüßt haben. Wer zum Beispiel schon mal in den Genuss gekommen ist, einen unvergesslichen Urlaub in einer der zahlreichen Ferienwohnungen in den beliebten Jugendstil-Villen in Binz zu verbringen, der kann das sicher bestätigen. Allen anderen möchten wir einen solchen magischen Urlaubsort unbedingt ans Herz legen und einige der malerisch schönen Bäderstil-Orte auf Rügen kurz vorstellen.

Putbus – Ursprungsort der neuen Stil-Ära


Das Zeitalter des Glamours, der illustren Gesellschaften und der herrlich verspielten Architektur: Angefangen hat alles in Putbus, wo zu Beginn des 19. Jahrhunderts das erste Seebad der Insel entstand und der Stil dadurch hier erstmals populär wurde. Damals zunächst noch geprägt vom Klassizismus, war die Bäderarchitektur einem stetigen Wandel ausgesetzt. Sie zeichnet sich daher vor allem durch die Kombination verschiedener Baumerkmale aus und fand schließlich im Jugendstil ihren Höhepunkt. Während die Popularität der Seebäder wuchs und diese zum begehrten Domizil für den Luxusurlaub der Oberklasse aufstiegen, nahm auch die Bedeutung der Bäderarchitektur immer mehr zu, sodass diese sich bald als wichtigster Baustil der gesamten Epoche etablieren konnte.

Die „weißen Perlen“ werden die Badeorte, die im Stil der Bäderarchitektur auf Rügen entstanden, auch genannt. Ein Kompliment, dass vor allem auf die strahlend weißen Fassaden der opulenten Villengebäude zurückzuführen ist, die zum Beispiel auch in Putbus das Stadtbild prägen. Diese filigran gearbeiteten Kunstwerke sind dabei nicht nur aufgrund ihrer floralen und maritimen Details eine echte Augenweide. Auch die großzügig angelegten Balkone und Veranden sorgen für den berühmten extravaganten Charme dieser Epoche. Vornehmlich aus Holz gefertigt, ist die Bäderarchitektur außerdem dominiert von ausladenden Rechteck- und Rundbogenfenstern, Halbsäulen sowie geschweiften Giebeln und verspielten Türmchen, die die Dächer schmücken.


Sassnitz – ehrwürdige Hafenstadt mit Panoramapromenade


Als Erholungsort staatlich anerkannt und als Weltnaturerbestadt geschützt, genießt im Nord-Osten der Insel vor allem Sassnitz unter Touristen aus aller Welt hohes Ansehen. Dabei wird die Stadt nicht nur wegen dem nahegelegenen berühmten Königsstuhl als Urlaubsort geschätzt. Völlig zu Recht ist Sassnitz einer der am häufigsten besuchten Orte Rügens, denn die wunderschöne Altstadt, deren historischer Stadtkern umfassend saniert und dessen Bäderarchitekturgebäude vollständig restaurierten wurden, sorgen dafür, dass Besucher sich wieder wie in den Hochzeiten des 19. Jahrhunderts fühlen. Eine stilvolle Zeitreise führt Spaziergänger hier vorbei am kleinen Rathaus der Stadt, das früher einmal ein gut besuchtes Badehaus war, dem urigen Fischerei- und Hafenmuseum und über eine kleine stilvolle Hängebrücke bis hin zur einzigartig schönen Strandpromenade, auf der ein unvergesslicher Panoramablick genossen werden kann. Gesäumt von zahlreichen kleinen und großen sagenhaft schönen Bädervillen flaniert es sich hier natürlich besonders schön.


Binz – nostalgischer Badeort mit Gründerzeitflair

Nicht minder sehenswert ist allerdings auch das mit Abstand größte Seebad auf Rügen, das etwas südlich von Sassnitz gelegene Binz. Auch hier kann entlang der Promenade überall die Bäderarchitektur des späten 18. und 19. Jahrhunderts bewundert werden, die bis heute erhalten geblieben ist. In dieser Zeit entstand auch das prunkvolle Kurhaus, welches direkt am strahlend weißen Strand liegt, der sich kilometerweit entlang der Küste erstreckt und den Ort damals wie heute zu einem der beliebtesten Badeorte der Insel machte. Als Aussichtspunkt eignet sich in Binz am besten die hiesige Seebrücke, die unweit des Kurhauses ins Meer ragt. Von hier aus bietet sich zur einen Seite ein herrlicher Ausblick auf die schier unendlichen Weiten des Meeres. Zur anderen Seite erstrahlen die vielen Giebel und Balkone der Bädervillen dank umfassender Renovierungsarbeiten in den letzten Jahrzehnten jetzt wieder in altem Glanz und versprühen Glamourfeeling und Nostalgie pur.

© Pixelteufel / Flickr [CC BY 2.0]



Sellin – Charakteristische Seebrücke im Bäderstil


Ebenfalls mit einer Seebrücke, die eine traumhafte Aussicht verspricht, kann Sellin glänzen. Es ist die längste Brücke der Insel, auf der ein ebenfalls im Jugend- bzw. Bäderstil gehaltenes Brückenhaus thront. Zur Gründerzeit befand sich hier ein gut besuchtes Restaurant. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde dieses zum Tanzlokal umfunktioniert, bis es aufgrund maroder Bausubstanz abgerissen und in den 90er Jahren in seiner ursprünglichen Form wiederaufgebaut wurde. Bis heute befindet sich dort ein hervorragendes Restaurant, das nicht nur mit einem verlockenden Ausblick auf die Stadt und das Meer sondern auch mit einem exquisiten gastronomischen Angebot zu überzeugen weiß. Von hier aus haben Gäste einen fantastischen Blick auf die an der Steilküste gelegene Wilhelmstraße, in der luxuriöse Häuser aus den Anfangsjahren der Bäderzeit die Küstenlinie säumen. Gerade bei Nacht oder in der Abenddämmerung bietet sowohl die Seebrücke als auch die Wilhelmstraße einen herrlichen Anblick: Hell erleuchtet funkelt und strahlt hier alles und lässt Besucher erahnen, welch elegante Zeit die Urlauber hier bereits vor über hundert Jahren verleben konnten.

Für welchen dieser Orte sich Urlauber auch entscheiden, dieses unvergleichlich historische Gefühl, das einen plötzlich in eine völlig andere, längst vergangene Zeit zurückversetzt, ist überall zu spüren. Als Badeorte bekannt, sind außerdem natürlich auch die Strände überall ein Traum, wie direkt aus dem Paradies. Keine leichte Entscheidung, aber wie heißt es doch so schön? Wer einmal auf Rügen war, der kommt immer wieder!

In diesem Sinne wünschen wir allen Rügen-Urlaubern eine schöne Reise zurück in die Gründerzeit!