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© Pixelteufel / Flickr [CC BY 2.0]
Artikel erstellt am 25.02.2015

Fischerei auf Rügen – eine jahrhundertealte Tradition

Unbändig und rau erstrecken sich die Meeresfluten an den Küsten und in den Boddenlandschaften rund um die beliebte Ostseeinsel – ein Bild, das bei Urlaubern immer wieder für entspannte Seufzer und das spontane Bedürfnis sich in die Wellen zu stürzen, sorgt. Was wäre ein Sommerurlaub im Norden ohne ein erfrischendes Bad in der Ostsee? Die Fischerboote weit draußen auf dem Meer springen einem dabei in der Regel nicht sofort ins Auge. Wer zum Beispiel schon einmal eine Ferienwohnung in Sassnitz gesucht hat, dem sind sicherlich eher die zahlreichen märchenhaften Fassaden im Stile der Bäderarchitektur in Erinnerung geblieben, die die malerische Strandpromenade säumen. Dabei kann die Fischerei hier auf eine bedeutend längere Tradition zurückblicken, als der Bäderstil, der erst im späten 18. Jahrhundert mit Aufkommen der ersten Seebäder populär wurde.



Eines der ältesten Gewerbe der Welt

Die wenigsten Urlauber wissen, dass die scheinbar unendlichen Weiten der Ostsee für die Insel lange Zeit eine viel größere wirtschaftliche Rolle spielten, als die Bädervillen und der damit verbundene Tourismusandrang. Als eines der ältesten Gewerbe der Welt kann die Rügener Fischerei auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken, die an allen Ecken und Enden der Insel ihre Spuren hinterlassen hat. Wer ein wenig genauer hinsieht und mehr von der Insel kennenlernen möchte als nur die schönen Fassaden, der wird feststellen, dass das Fischereierbe der Insel auch heute noch einen wichtigen Bestandteil des unverwechselbaren Charmes der Insel ausmacht.

Fischfang im Wandel der Zeit

Die Branche rund um das Fischereihandwerk und auch ihr wirtschaftlicher Einfluss haben sich dabei im vergangenen Jahrhundert mit der Industrialisierung und immer schneller fortschreitender Entwicklung der Technik stark gewandelt. Nicht zuletzt die scheinbar unaufhaltsame Überfischung der Weltmeere hat schließlich dafür gesorgt, dass es gerade für kleinere Fischereibetriebe und -familien, die auf Rügen seit Generationen vom Fischfang leben, immer schwerer wird ihren Lebensunterhalt mit der Fischerei zu bestreiten. Es gibt nur noch sehr wenige Fischer, die das jahrhundertealte Gewerbe auf der Insel nach alter Tradition fortführen. Keine leichte Aufgabe, denn neben einem kräftezehrenden Job sind die Fischer dabei vor allem auch von der Entwicklung der Natur abhängig. Nachhaltigkeit spielt daher hier eine immer größere Rolle, damit die Artenvielfalt der Region auch noch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Auf den Spuren der Fischer

Wer sich für die Geschichte des Fischfangs interessiert oder die nachhaltigen Fangmethoden und damit die die alteingesessenen Fischer auf Rügen unterstützen möchte, der findet dazu auf Rügen trotzdem an zahlreichen Orten Gelegenheit. Ein spezieller Themenweg mit dem verheißungsvollen Namen „Das Silber des Meeres“ führt Wanderer und Radfahrer auf eine Reise zu den verschiedenen spannenden Stationen des Fischfangs und erzählt dabei jede Menge Wissenswertes rund um die Geschichte der Fischerei. Die Historie des Fischfangs, -handels und der Fischverarbeitung kann dabei hautnah miterlebt, getestet und natürlich auch verköstigt werden.

Die Route führt dabei unter anderem durch urige kleine Fischerdörfer, wie zum Beispiel Baabe, Dranske oder auch das Örtchen Vitt, das am Kap Arkona liegt. In Ummanz beispielsweise können Schaulustige den Boddenfischern bei der Arbeit zusehen und sich den fangfrischen Fisch praktisch direkt vom Boot aus einpacken lassen. Ein bisschen Seemannsgarn und Geschichten vom harten Fischeralltag damals und heute gibt es dabei immer gratis mit dazu.

Ebenso wie die gemütlichen kleinen Orte und Geheimtipps der Insel, stehen aber auch beliebte Ausflugsziele, wie beispielsweise Binz und Sassnitz, auf dem Plan der Entdeckungstour. Einst Zentrum der Fischfangflotte Rügens, ist der alte Fähr- und Fischereihafen der Weltnaturerbestadt Sassnitz heute Heimat des Fischerei- und Hafenmuseum in dem den Besuchern allerlei spannende Einblicke in die historischen Wurzeln und den Wandel des hiesigen Fischereigewerbes im Laufe der Zeit geboten werden. Darüber hinaus sind hier viele alteingesessene Spezialitätenrestaurants und Fischlokale zu finden. Hier werden ganz besondere regionale Fischrezepte aufgetischt, die seit Generationen auf der Insel gekocht werden und bei deren Duft einem schon im Vorbeigehen das Wasser im Mund zusammenläuft.

Wer hingegen auch im Urlaub auf ein bisschen kulinarischen Luxus nicht verzichten möchte, der ist in Binz goldrichtig. Der letzte hier noch agierende Fischer führt derzeit den Gourmet-Atlas Fast Food von Focus Online an. Er bewirtet in seinem Imbisslokal am idyllischen Fischerstrand an der malerischen Ostküste täglich mehrere hundert Gäste mit fangfrischem Fisch und geräucherten Spezialitäten. Mit ein bisschen Glück gibt er Gästen auch den ein oder anderen Tipp für entlegene Wanderungen abseits des Massentourismus oder verrät interessierten Hobbyanglern seine geheimen Tricks für den ganz großen Fang.

Paradiesische Zustände für Angel-Fans

Mit einem leckeren Fischbrötchen gestärkt, kann dann hier auch einfach direkt selbst drauf los geangelt werden. Für alle, die gerade erst mit dem Angeln anfangen oder ihren allerersten richtigen Angelurlaub auf der Insel verbringen wollen, werden in vielen Hafenstädten Angeltörns und Kurse angeboten, für die auch ein Touristen-Fischereischein genügt. Dieser kann ganz einfach bei den örtlichen Behörden beantragt werden und bedarf nicht wie ein üblicher Fischereischein der Ablegung einer speziellen Prüfung.

Rügen gilt mit seinen vielen verschiedenen Fischarten – von Zander und Aal über Dorsch und Seelachs bis hin zu Flunder, Scholle oder auch Meeresforelle – als Paradies für Angelsportler. Die Insel eignet sich dank unzähligen verschiedenen Revieren mit unterschiedlichsten Bedingungen und Schwierigkeitsgraden sowohl für Profis als auch für Anfänger ideal für einen rundum gelungenen Angelurlaub. Aber damit nicht genug: Zu jeder Jahreszeit sind hier andere Fischarten zu finden, sodass die Insel das ganze Jahr über immer einen Besuch wert ist. Mit dem bevorstehenden Frühjahr zum Beispiel, beginnt auf Rügen die perfekte Zeit, um leckeren Hering zu angeln. Die Tiere zieht es jetzt zum Laichen in die Boddengewässer. Wer also den berühmten Bismarck-Hering einmal mit selbst gefangenem Fisch frisch zubereiten möchte, der sollte sich so langsam auf die Suche nach einer passenden Unterkunft in Altefähr in der Nähe der Heringsreviere auf der Boddenseite der Insel machen.

Auf den Geschmack gekommen? Dann ab auf die Insel und eingetaucht in eine aufregende Schatzsuche nach dem Silber des Meeres, die eine abenteuerliche Reise durch die faszinierende Welt des Fischfangs bereithält. Und wer weiß, vielleicht lässt sich die Insel neben ulkigem Seemannsgarn und schaurig schönen Geschichten von Helden auf hoher See ja auch das ein oder andere sagenhafte Geheimrezept entlocken, das auch zu Hause für eine Portion Urlaubsfeeling und den Geschmack von Abenteuern sorgt.