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Großsteingrab
© daniel.stark / Flickr [CC BY-SA 2.0]
Artikel erstellt am 21.05.2016

Zurück in die Vergangenheit: Rügens archäologische Denkmäler

Heute tauchen wir ein in die Vergangenheit der Insel und erkunden Geheimnisse, die sich dem Rügen-Besucher auf den ersten Blick kaum erschließen. Dabei liegen sie praktisch überall auf der Insel verstreut. Meist allerdings eher unscheinbar und ein wenig versteckt in die Landschaft eingebettet, ist es teils gar nicht so einfach ihre Hintergründe zu entschlüsseln: Die steinernen Bodendenkmäler Rügens erinnern als beeindruckende Monumente an historische Ereignisse, Traditionen sowie lang vergangene Zeitalter und haben teils abenteuerliche Geschichten zu erzählen. Wir begeben uns daher heute auf die Suche nach den stillen Zeitzeugen Rügens, die Urlaubern mit ihrem ureigenen altehrwürdigen Charme eine ganz andere Facette der Insel offenbaren.


Der Siebenschneiderstein

Der Findling in Nardevitz ist der größte der Insel, der an Land zu finden ist. Der Schwanenstein bei Lohme wird oft als der schönste der Insel bezeichnet. Den märchenhaftesten Namen trägt jedoch der Siebenschneiderstein. Als viertgrößter Findling Rügens liegt er am Gellort, circa einen Kilometer nordwestlich des Kap Arkona und markiert direkt am Strand gelegen den nördlichsten Punkt der Insel. Über die Herkunft seines Namens wird bis heute spekuliert. Naheliegend ist jedoch, dass er daher rührt, dass auf seiner Oberfläche problemlos sieben Schneider im Schneidersitz Platz fänden, um ihre Arbeit zu verrichten.


Der Dobberworth

Etwa 800 Meter südwestlich des Ortes Sagard liegt ein von Bäumen und Natur unzugänglich gemachtes, aber dennoch gut sichtbares Hügelgrab. Als eines der größten in ganz Norddeutschland bekannt, stammt es Schätzungen zufolge aus der Bronzezeit. Es ranken sich dabei zahlreiche Sagen um die Grabanlage. Die bekannteste erzählt von einer Riesin, die sich unglücklich in einen Rügener Fürsten verliebte. Mit einer Schürze voller Steine machte sie sich auf den Weg, die Landenge zwischen dem Kleinen und Großen Jasmunder Bodden aufzufüllen. Doch die Schürze zerriss und bei Sagard fielen die Steine auf die Erde, wo sie bis heute liegen. Der tatsächliche Ursprung des Hügelgrabes ist heute jedoch leider unbekannt - wie bei vielen Grabanlagen der Insel.


Die Jaromarsburg

Ein beeindruckendes Andenken an den Einfluss der slawischen Ranen auf die Entwicklung der Insel lässt sich in der im 9. Jahrhundert erbauten und im 12. Jahrhundert wieder zerstörten Tempelburg finden. Direkt an der nordöstlichen Spitze des Kap Arkona gelegen und nach dem Ranenfürsten Jaromar benannt, ist heute außer dem Burgwall kaum etwas übrig vom einstigen politischen und religiösen Machzentrum der Insel. Als Monument der mehrgesichtigen slawischen Gottheit „Swantevit“ gewidmet, war die Burg einst die letzte Bastion des westslawischen Heidentums und somit ein zentraler Ort der slawisch-dänischen Auseinandersetzungen. Durch seine Lage an der immer wieder von Abbrüchen geplagten Kreideküste fiel über die Jahrhunderte ein großer Teil der Burg dem Meer zum Opfer. Heute können Besucher deshalb nur noch von einem gesicherten Peilturm aus den einmaligen Ausblick über das weitläufige Gelände genießen.


Das Herzogsgrab

Großsteingräber gibt es auf Rügen fast wie Sand an deren Küsten. Eines der Bekanntesten ist dabei das Herzogsgrab, das im Mönchguter Forst etwa 1,5 Kilometer südlich von Baabe zu finden ist. Bestehend aus mehreren aufrecht stehenden Steinen, sogenannten Großdolmen, stammt die Megalithanlage aus der Jungsteinzeit und ist damit Schätzungen zufolge um die 4.000-50.000 Jahre alt. Bei Ausgrabungen im letzten Jahrhundert konnten hier neben menschlichen Überresten zahlreiche bedeutende Artefakte, wie z. B. Werkzeuge und andere Grabbeigaben der damaligen Zeit geborgen werden. Durch mehrere Steinschläge wurde die Grabanlage gerade in der jüngeren Vergangenheit stark in Mitleidenschaft gezogen. Nichtsdestotrotz gehört sie heute zu den noch gut erhaltenen Anlagen der Insel.


Der Herthastein

Viele der mit Rügen verbundenen Sagen und Legenden ranken sich um die hiesigen Opfersteine. Eine besonders romantische Erzählung wird dabei mit dem Herthastein in Verbindung gebracht, der im Nationalpark Jasmund auf dem Wanderweg zum Königsstuhl liegt. Ebenso wie der hiesige See und die einst hier erbaute Burg wurde auch der Opferstein nach der germanischen Göttin der Erde benannt.

Der Erzählung zufolge hatte sich einst eine schöne Priesterin in einen jungen Ritter verliebt. Der Hohepriester der Göttin Hertha erfuhr von der Liaison und prüfte alle seine Schützlinge, nachdem keine den Verrat gestehen wollte. Für die Prüfung mussten die Jungfrauen barfuß über besagten Opferstein schreiten. Bei der Schuldigen erschien neben der eigenen Fußspur außerdem der Abdruck eines Kindes. Für ihren Verrat stieß der Priester die Sünderin von den Klippen ins Meer. Sie wurde jedoch gerettet und durch die Gnade der Göttin Hertha in die Arme ihres Geliebten auf einem an der Küste ankernden Schiff gebracht.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich mit den Sagen und Mythen, die sich rund um die archäologisch bedeutenden Denkmäler ranken, direkt vor Ort zu beschäftigen, der muss dazu nicht unbedingt auf eigene Faust aufbrechen. Bspw. im Nationalpark Jasmund werden geführte Wanderungen zu Fuß oder mit dem Rad sowie Workshops und Vorträge zum historischen Erbe der Insel angeboten.

Travanto wünscht abenteuerlustigen Forschern und allen, die es noch werden wollen, eine aufregende Reise in die Vergangenheit unserer Lieblingsinsel.