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Artikel erstellt am 28.10.2015

Die Kraniche sind wieder da

Es ist ein einzigartiges Naturschauspiel, das sich jetzt im Herbst am Rügener Himmel zeigt: Kraniche, so weit das Auge reicht, ziehen jetzt wieder über Rügen in Ihre Winterquartiere nach Spanien, Frankreich oder sogar ganz bis nach Afrika. Die gefiederten Luftakrobaten kommen unter anderem aus Finnland und Skandinavien, aber teilweise auch aus den baltischen Staaten, wie zum Beispiel Estland, Litauen oder Lettland. Auf ihrer Reise in wärmere Gebiete machen die Vögel dabei immer wieder Rast, um Kraft zu tanken und sich von den Strapazen des Flugs auszuruhen. Es sind außergewöhnliche Tiere, die da derzeit am Himmel vorbeiziehen und sie faszinieren die Menschen schon seit tausenden von Jahren. In der griechischen Mythologie gelten sie zum Beispiel als Zeichen für Klugheit, Wachsamkeit und Glück. Ebenso sind sie aber auch in der chinesischen und japanischen Kultur wiederzufinden, in der sie nicht nur für Glück, sondern auch für ein langes Leben stehen. Höchste Zeit also, etwas mehr über diese sagenumwobenen, majestätischen Tiere und ihre Zeit auf Rügen herauszufinden.



Zugvogel aus Nordeuropa

Wenn er sich in die Lüfte empor hebt, ist das schon ein eindrucksvolles Bild: Der Kranich breitet seine von den verschiedensten Grautönen einzigartig geprägten Schwingen aus, streckt seinen grazilen Hals in Flugrichtung in die Luft und signalisiert damit seinen Artgenossen die Richtung des Abflugs, bevor er nach einigen großen Schritten fast schon mühelos vom Boden abhebt. In großen Gruppen machen sich die Vögel jetzt im Herbst aus ihren Revieren in ganz Nord- und Mitteleuropa auf den Weg in ihre Winterquartiere. Ein weiter, beschwerlicher Weg, bei dem sie teilweise bis zu 2.000 Kilometer ohne Pause in der Luft sind und den nicht immer alle Tiere unbeschadet hinter sich bringen. Insgesamt betrachtet gehören die in Europa angesiedelten Kraniche zwar mittlerweile nicht mehr zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten - in Ostsibirien, Russland und Nordchina beispielsweise nimmt der Bestand allerdings bereits so stark ab, dass der Kranich als gefährdet gilt. Forscher widmen sich daher bereits seit dem 19. Jahrhundert unter anderem den verschiedenen Zugrouten und Wanderungen dieser außergewöhnlichen Tiere.




Kraniche auf Rügen beobachten

Der westeuropäische Zugweg ist eine der vielen Routen, mit der sich die Forscher in der Vergangenheit bereits intensiv beschäftigt haben. Sie führt vor allem die Vögel aus Skandinavien entlang der Ostseeküste über Rügen in die wärmeren Länder im Süden Europas oder sogar bis nach Afrika. Zwischen September und November herrscht auf der Insel eine Art Ausnahmezustand, da sich hier mit der Bock-Rügen-Kirr-Region eines der wichtigsten Rastgebiete der Vögel befindet. Das Gebiet liegt mitten im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und beherbergt zu Hochzeiten bis zu 50.000 Kraniche, weshalb die Besucherzahl von Orten wie beispielsweise Pramort oder auch auf der Insel Ummanz in den Zugzeiten stark beschränkt ist. Die Vögel machen hier zum Fressen und Ausruhen Halt und bevölkern vor allem die Ufer der Seen- und Boddenlandschaften der Insel. Wer in dieser Zeit noch eine Ferienwohnung auf Rügen ergattern kann, der hat Glück und kann die Vögel aus nächster Nähe beobachten und vielleicht ein paar schöne Schnappschüsse der sonst eher scheuen Tiere knipsen.



Exkursionen und Ausstellungen rund um den Kranich

Manchmal wie auf einer schier endlos erscheinenden Perlenkette aufgereiht und dann wieder in kunstvollen Formationen, säumen die stolzen Tiere den Himmel. Dabei ist es schon erstaunlich, wie sehr die Vögel jedoch nicht nur das Bild der Insel, sondern auch ihre Bewohner beeinflussen. Denn ebenso wie der Naturschutz wird auf Rügen natürlich auch der Tierschutz großgeschrieben. Im Frühling und Herbst wird hier daher besondere Vorsicht an der Tag gelegt. Wer dementsprechend auf Nummer Sicher gehen möchte, damit die sensiblen Tiere auf keinen Fall bei ihrer Rast gestört werden, der hat allerdings trotzdem einige Möglichkeiten, um die Kraniche aus nächster Nähe bestaunen zu können. Neben der sogenannten Nationalpark Card, die jeden Tag in limitierter Anzahl den Zugang zu den beliebtesten Rastplätzen ermöglicht, gibt es beispielsweise Führungen oder sogar Schiffstouren. So können interessierte Vogelbeobachter nicht nur den charakteristischen durchdringenden Trompetenlauten beim Aufbruch der Tiere zur Futtersuche lauschen, sondern auch noch jede Menge Wissenswertes und spannende Details über die Kraniche erfahren, ohne sie dabei zu stören.

Egal für welche dieser Optionen sich Rügen Besucher letztlich entscheiden - wer zur Kranich-Zeit auf die Insel kommt, der entdeckt eine völlig neue Facette der Insel. Das Bild der Kraniche vor einer langsam glühend rot untergehenden Sonne hat etwas magisches an sich, das garantiert für einen unvergesslichen Aufenthalt auf der Insel sorgt. Vor allem in den Abendstunden während der Dämmerung sorgt dieser Anblick zum Beispiel für eine einmalig romantische Stimmung, die sicher nicht nur für frisch verliebte Paare eine Reise wert ist.