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© Hans Splinter / Flickr [CC BY-ND 2.0]
Artikel erstellt am 23.06.2016

Vorsicht brennender Bernstein!

Ein gemütlicher Spaziergang am Strand und mit etwas Glück noch einen Bernstein als Andenken an den schönen Urlaub eingesammelt – schöner kann die Auszeit fern vom Alltag kaum sein. Doch viel zu schnell kann diese Idylle leider auch enden. Denn immer wieder kommt es an Deutschlands Küsten zu schweren Brandunfällen. Der Grund: Weiße Phosphorsteine, die für Bernstein gehalten werden. Sammler stecken die Steine nichtsahnend in Hosen- oder Jackentaschen und erleiden schwerste Verbrennungen, sobald die Steine trocken sind. Besonders die Mecklenburgische Küstenlandschaft ist vermehrt betroffen, aber auch andernorts ist äußerste Vorsicht geboten!


Wie der Phosphor in die Ostsee kam

Weißer Phosphor ist ein chemischer Stoff, der im 2. Weltkrieg bei Brandbomben eingesetzt wurde. Britische Luftangriffe über der Ostsee verfehlten oft ihr Ziel, so dass einige der abgeworfenen Bomben im Meer landeten. Darüber hinaus versenkten die Deutschen einige 1.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe in Nord- und Ostsee, als sich 1945 ihre Niederlage abzeichnete und die Alliierten auf dem Vormarsch waren. Durch die lange Zeit im Salzwasser rosteten die Brandbomben seit dem, sodass inzwischen das darin enthaltene Phosphor zunehmend ins Meer gelangt.


Eigenschaften des Phosphors

Das gefährliche an Weißem Phosphor sind seine Eigenschaften. Er verbindet sich zu „Phosphorsteinen“, die einige Ähnlichkeiten zu Bernstein aufweisen. Optisch unterscheiden sich die beiden Steine praktisch nicht. Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, hat Weißer Phosphor eine gold-braune Farbe, wie sie charakteristisch für Bernstein ist. Somit sehen sich die Steine zum Verwechseln ähnlich.

Des Weiteren besitzen die Steine eine ähnliche Dichte, die geringer als die von Meerwasser ist. So kommt es, dass beide Gesteine (vor allem nach Stürmen) an Strände getrieben werden und dort leicht zu finden sind. Hier lauert die Gefahr, denn viele Urlauber sammeln gerne Steine und Muscheln am Strand und verstauen ihre gefundenen Schätze zunächst sorglos in Jacken- oder Hosentaschen.


Was tun wenn’s brennt?

Das tückische an Weißem Phosphor ist, dass der Stein sofort zu brennen beginnt, sobald dieser getrocknet ist. Seine Flamme brennt dann mit über 1.200 Grad und ist kaum noch zu löschen. Mit Wasser lässt sich die Flamme nicht bekämpfen. Im Gegenteil: Das Phosphor brennt weiter und es entstehen ätzende Dämpfe und Phosphorsäure - solange bis das ganze Phosphor verbrannt ist. Nur Speziallöschmittel oder feuchter Sand, können die Flamme zum Erliegen bringen.

Versuchen Sie daher dem brennenden Stein nicht zu nahe zu kommen bzw. entledigen Sie sich sofort des Steines, falls (noch) möglich! Verbrannte oder brennende Kleidung sofort ausziehen. Suchen Sie umgehend einen Notarzt auf, auch bei kleineren Verbrennungen, da ätzende Substanzen entstehen können und Rückstände erneut Feuer fangen können. Kühlen und schützen Sie Wunden mit feuchtem Sand, bis ein Arzt zur Stelle ist!


Wie kann man sich schützen?

© Hannes Grobe / Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5]
Generell ist zu empfehlen, keine Steine am Strand zu sammeln. Selbst erfahrene Bernsteinsammler können Weißen Phosphor nicht von Bernstein auf den ersten Blick unterscheiden.

Wer dennoch nicht auf selbst gesammelte Souvenirs aus dem Urlaub verzichten möchte, der sollte unbedingt folgendes beachten:

1. Tragen Sie gefundene Steine nie direkt am Körper z.B. in Hosen- oder Jackentaschen!

2. Halten Sie gesammelte Steine feucht, in dem Sie sie z.B. in Plastikbeuteln mit Wasser oder Ähnlichem aufbewahren!


3. Trocknen Sie die Steine zu Hause im Freien auf einer feuerfesten Unterlage! Erst wenn sie vollständig getrocknet sind, können die Steine ins Innere gebracht werden.