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© Ueberall / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Artikel erstellt am 12.12.2014

Rügener Weihnachtszauber

Weihnachten ist ja bekanntlich überall auf der Welt ein bisschen anders. Die einen feiern am 24., die anderen am 25. Dezember und auch was Traditionen, Bräuche und das Festessen angeht, scheiden sich die Geister. Rügen feiert Christi Geburt, wie auch fast überall sonst in Deutschland, am 24. Dezember. Am Vormittag wird zunächst gemeinsam der Baum geschmückt, bevor es zur Weihnachtsmesse in die Kirche geht. Abends wird dann üblicherweise zuerst gemeinsam gegessen und anschließend beschert.

Der Festtagsschmaus des Nordens

Das klassische Weihnachtsessen des Nordens und somit auch auf Rügen ist und bleibt der Karpfen. In vielen Gemeinden fällt das Essen an Heiligabend allerdings mit Kartoffelsalat und Würstchen bewusst spärlicher aus. Diese von vielen Generationen weitergetragene Sitte ist einerseits auf den Heiligabend als Arbeitstag zurückzuführen, andererseits vor allem eine religiös geprägte Erinnerung an die ärmlich-bäuerlichen Verhältnisse in denen das Christkind geboren wurde. Der klassische Festtagsbraten mit Gans oder Ente darf zwar auch auf Rügen zur Weihnachtszeit nicht fehlen, wird aber hier meist erst am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag mit viel Rotkohl und Kartoffeln serviert. Das besondere am Rügener Festtagsbraten ist aber eindeutig die Füllung, die in der Regel neben den obligatorischen Äpfeln und Backpflaumen auch ausgefallenere Zutaten, wie zum Beispiel Schwarzbrot enthält.

Plattdeutsche Weihnachtslieder und -geschichten

Wer regelmäßig Urlaub auf Rügen macht weiß, dass zur einzigartigen Weihnachtsstimmung der beliebten Ostseeinsel noch viel mehr gehört, als nur ein festlich geschmückter Baum und ein traditionelles Weihnachtsessen. Was wäre Weihnachten denn schließlich ohne stimmungsvolle Musik und fröhliche Weihnachtslieder? Auf Rügen wird selbstverständlich „op platt“, das heißt auf Plattdeutsch, gesungen. Da lassen Lieder wie „Oh Dannenboom, leiw Dannenboom“, „Bold is Wiehnacht“ oder auch „Fröhliche Wiehnacht oewerall“ die altbekannten Weihnachtslieder zwar noch erahnen, spätestens beim traditionellen Weihnachtssingen zeigt sich dann aber, wer ein waschechter Rügener ist und den hier gesprochenen ostniederdeutschen Dialekt beherrscht. Für alle, die im Singen nicht so sattelfest sind, an Weihnachten aber trotzdem gerne mal ein bisschen „Platt schnacken“ möchten, findet sich dank einer Vielzahl an Rügener Weihnachtsgeschichten garantiert der richtigen Lesestoff für nordisches Inselfeeling unter dem heimischen Weihnachtsbaum.

Typisch nordische Bräuche und Traditionen

Wer die als Dialekt des Nordens bekannte, eigentümliche Sprache nicht versteht und musikalisch doch lieber bei den hochdeutschen Klassikern bleiben möchte, der muss an Weihnachten natürlich trotzdem nicht auf den urig gemütlichen Rügener Charme verzichten. Die Insel hat eine Reihe von altehrwürdigen Bräuchen, die sich teilweise bis heute nicht nur auf der Insel großer Beliebtheit erfreuen und nur im Namen an die eigentümliche Sprache des Nordens erinnern. Die „Lüttenweihnacht“ zum Beispiel ist eine uralte Tradition der Region, die in einer Erzählung des beliebten Rügener Autors Hans Fallada aufgegriffen wird und unmittelbar mit der Geschichte der Insel verbunden ist. Dahinter verbirgt sich allerdings nicht etwa ein Fest speziell für Kinder, wie das plattdeutsche Wort „lütt“ für klein vermuten ließe, sondern ein Fest für alle großen und kleinen Tiere auf der Insel. Der Überlieferung nach sollen dabei schon im 17. Jahrhundert die Bäume draußen in der Vorweihnachtszeit mit Tierfutter geschmückt worden sein, um auch die Vierbeiner an Weihnachten teilhaben zu lassen. Auch heute noch feiert die Insel ein solches Fest zu Ehren ihrer einzigartigen Tierwelt und so wird z.B. im Granitzhaus im Biosphärenreservat Südost-Rügen jedes Jahr eine kleine Lüttenweihnacht zur Wertschätzung der Natur und ihrer Bewohner veranstaltet. Die Weihnachtszeit ist also nicht nur für einen Urlaub mit dem Haustier auf der Insel bestens geeignet sondern auch eine gute Gelegenheit, um dem geliebten Vierbeinern einfach mal etwas Gutes zu tun.

Weihnachten, das Fest der Familie

Doch nicht nur für Vierbeiner ist die Weihnachtszeit auf Rügen ein gefundenes Fressen, auch für Familien mit Kindern gibt es zahlreiche schöne Rügener Traditionen, die Weihnachten erst so richtig zum Fest der Familie werden lassen. Besonders beliebt bei den Kleinen Inselbesuchern ist zum Beispiel das sogenannte Bügelbaumbasteln. Ein alljährlich wiederkehrendes Ritual des Nordens, das vor allem auf Rügen auf eine langjährige Tradition zurückblicken kann. Da auf der Insel Tannen und Fichten früher nicht heimisch waren und der Import sehr teuer war, mussten die Bewohner improvisieren. So entstand im 19. Jahrhundert mit dem Bügelbaum die vermutlich erste umweltfreundliche Alternative zu den herkömmlichen Weihnachtsbäumen. Auf Hiddensee entwickelt, bestand ein solcher Bügelbaum meist aus Fassreifen oder Weidenruten, die an einer Stange befestigt und dann mit Buchsbaum, Wacholder oder auch Seidenpapier umwickelt wurden. Geschmückt wurde der Bügelbaum dann genau wie ein echter Weihnachtsbaum mit jeder Menge bunten Kugeln und funkelnden Kerzen aber auch mit kleinen Köstlichkeiten, wie beispielsweise Lebkuchen oder Nüssen.

Schwedische Geschenketradition

Zu jedem richtigen Weihnachtsfest gehören außerdem natürlich auch liebevoll eingewickelte Weihnachtsgeschenke unter dem Christbaum. Auch hierfür hat sich im Norden und somit natürlich auch auf Rügen eine Tradition gehalten, die die Schweden bei Ihrer Besatzung im 17. Jahrhundert mit auf die Inseln brachten. Julklapp erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit, wird teilweise auch Wichteln genannt und kommt mittlerweile in den unterschiedlichsten Formen überall in Deutschland vor. Beim Wichteln wird in der Regel ausgelost, wer für wen den Wichtel spielen darf. Das Überreichen der Geschenke enthüllt hierbei dann meist direkt, von wem das jeweilige Präsent stammt. Beim traditionellen Julklapp werden die Geschenke allerdings nicht einfach übergeben sondern mit einem Namenszettel versehen und sich gegenseitig vor die Tür gelegt. Im schwedischen heißt „jul“ Weihnachten und „klapp“ geht auf „klappa“, den Ausdruck der Schweden für das Klopfen zurück. Geklopft wurde beim Julklapp an die Türen derjenigen, die beschenkt wurden. Die Weihnachtswichtel entfernten sich dann möglichst schnell, damit der Beschenkte sie nicht entdecken konnte. So entstand ein lustiges Ratespiel, bei dem die Beschenkten versuchen ihre Schenker ausfindig zu machen, um sich zu bedanken.

Maritime Weihnachtsmärkte überall auf der Insel

Für einmalig weihnachtliche Stimmung mit nordisch maritimem Flair darf natürlich auch ein Besuch auf einem der zahlreichen Weihnachtsmärkte der Insel nicht fehlen. Wer sich dieses Jahr eine waschechte Inselweihnacht mit einem Urlaub auf Rügen beschert oder in der Vorweihnachtszeit einfach nicht auf die Insel verzichten möchte, der kommt natürlich an den zahlreichen Weihnachtsmärkten, nicht vorbei. Überall auf der Insel locken festlich geschmückte kleine Weihnachtsdörfer mit zahlreichen Ständen voller köstlicher regionaler Spezialitäten und allerlei rügentypischer Mitbringseln und Geschenkideen. Die märchenhafte Stadt Binz zum Beispiel überzeugt in diesem Jahr unter dem Motto Engel, Licht und Meer mit einer im Lichtermeer erstrahlenden Bäderarchitektur. In Bergen wartet ein romantischer Adventsbasar mit jeder Menge beeindruckender einheimischer Handwerkskunst für jeden Geschmack und Geldbeutel. Wen es zur Weihnachtszeit hingegen eher in den beschaulichen Südosten der Insel zieht, der sollte für einen typischen Rügener Sanddornpunsch unbedingt einen Besuch des Weihnachtsmarktes in Middelhagen auf der Halbinsel Mönchgut einplanen. Und für ausreichend Bewegung sollten Urlauber unbedingt den Wintermarkt in Sellin besuchen, der mit einer über 500 Quadratmeter großen Eisbahn für ein perfektes Wintersport-Feeling sorgt.

Rügen unter dem Weihnachtsbaum

Abschließend bleibt jetzt eigentlich nur noch festzustellen: Egal ob Heiligabend auf der Insel, ein kleiner Spontantrip, um sich die Adventszeit versüßt zu versüßen oder einfach ein kleines bisschen Rügen für ein stimmungsvolles Fest zu Hause – mit diesen Tipps wird Weihnachten dieses Jahr zur Abwechslung mal erfrischend nordisch und gleichzeitig herrlich gemütlich, wie bei waschechten Rüganern. So verkürzt sich die Wartezeit auf den nächsten Inselurlaub von ganz allein und, wer weiß, vielleicht versteckt sich in einem der Päckchen unter dem Tannenbaum ja sogar eine kleine Reise zur Lieblingsinsel in der Ostsee?