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An den Küsten Rügens prägt der Sanddorn seit Jahrhunderten das Landschaftsbild. Die widerstandsfähige Pflanze trotzt Wind, Sonne und nährstoffarmen Böden und bringt dabei leuchtend orangefarbene Beeren hervor. Diese Früchte sind nicht nur ein charakteristisches Merkmal der Insel, sondern auch ein fester Bestandteil der regionalen Küche. Von der Ernte bis zur Verarbeitung spielt der Sanddorn auf Rügen eine bedeutende Rolle.
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Sanddornsträucher kommen mit den kargen Bedingungen auf der Insel bestens zurecht. Sie finden diese Pflanzen vor allem in den Dünengebieten und an den Steilküsten Rügens. Die tiefen Wurzeln halten den Sand fest und schützen die Küste vor Abtragungen. Gleichzeitig saugen sie Wasser aus tiefen Erdschichten auf. Die schmalen Blätter glänzen silbrig und bewahren die Pflanze vor dem Austrocknen durch die Sonne. Da die Sträucher extrem genügsam sind, benötigen sie kaum Nährstoffe im Boden. Sie profitieren von der intensiven Sonneneinstrahlung an der Ostseeküste. So bilden die Pflanzen ihre kräftige Farbe und die wertvollen Inhaltsstoffe aus.
Die Ernte der leuchtenden Beeren beginnt auf der Insel meist im späten August. Sie erkennen den optimalen Zeitpunkt an der kräftigen orangefarbenen Färbung der Früchte. Bis in den Oktober hinein sind die Sammler auf den Feldern und an den Küstenwegen unterwegs. Einige Experten warten sogar den ersten Frost ab. Die Kälte mildert die starke Säure und macht den Geschmack etwas milder. Da die Sträucher wehrhafte Dornen besitzen, erfordert das Pflücken Geduld und Schutz für die Hände. Profis nutzen oft spezielle Techniken oder schneiden ganze Zweige für die industrielle Frostung ab. So sichern sie die wertvollen Inhaltsstoffe für Säfte und Konfitüren.
Die kleinen Beeren stecken voller Energie für Ihr Immunsystem. Sie enthalten deutlich mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Mit dem Genuss der Früchte unterstützen Sie Ihre Abwehrkräfte auf natürliche Weise. Neben Vitamin C bietet die Pflanze reichlich Vitamin A und E. Diese Stoffe schützen Ihre Zellen vor äußeren Einflüssen. Auch wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen gelangen so in Ihren Körper. Das Öl aus den Kernen und dem Fruchtfleisch pflegt zudem Ihre Haut von innen und außen. Die Bewohner der Insel vertrauen seit Generationen auf diese Kraftpakete der Natur. Sie nutzen den Saft oft als Vorbeugung gegen Erkältungswellen im Winter.
Rügener Manufakturen verwandeln die Ernte in köstliche Spezialitäten und bieten in den örtlichen Hofläden süße Produkte für jeden Anlass an. Das Zusammenspiel aus Zucker und der säuerlichen Frucht erzeugt ein intensives Aroma auf der Zunge, während Sie morgens fein passierte Gelees oder Marmelade auf Ihrem Brötchen genießen. Die Hersteller produzieren diese Speisen oft in Handarbeit und verzichten dabei bewusst auf unnötige Zusätze. Auch die heimischen Imker nutzen die Kraft der Beere und rühren das wertvolle Mark direkt unter ihren Honig. Für Ihre Pausen bei einer Wanderung am Strand greifen Sie zu Bonbons oder Fruchtriegeln, da diese kleinen Snacks in jede Tasche passen und Ihnen schnelle Energie liefern.
Diese Spezialitäten müssen Sie unbedingt probieren und lassen sich auch gut verschenken:
Nehmen Sie bei Ihrem Streifzug durch die Rügener Natur auf jeden Fall feste Handschuhe mit, da die Sträucher spitze Dornen tragen. Sie finden die wilden Früchte an vielen öffentlichen Wegen hinter den Dünen oder an den Feldrändern im Inselinneren. Achten Sie beim Sammeln unbedingt auf die Grenzen der Nationalparks, denn dort bleibt die Natur unberührt und das Pflücken ist untersagt. Nutzen Sie für die Ernte eine kleine Gartenschere und schneiden Sie lediglich die äußeren Enden der beerenreichen Zweige ab. Zu Hause legen Sie diese kurzen Stücke kurz in das Gefrierfach, damit sich die Beeren später leichter von den Ästen lösen. So schonen Sie die Pflanze und vermeiden zudem schmerzhafte Stiche an Ihren Fingern.