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Hühnergott
© Unukorno / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Artikel erstellt am 28.08.2014

Hühnergötter und Donnerkeile - Rügens kleine Schätze

Wer auf Rügen Urlaub macht, kommt an den schönen Stränden der Insel nicht vorbei. Eine frische Meeresbrise, der Sand zwischen den Zehen und das Rauschen des Meeres… Genau das gehört zu einem schönen Strandspaziergang auf Rügen dazu. Wer genauer hinschaut, wird schnell sehen, dass sich so mancher kleiner Schatz im Sand versteckt. Besonders im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Ostseewinde stärker sind, wird zahlreiches Gut an den Strand gespült. Zu dieser Zeit pilgern Einheimische und neugierige Urlauber am Strand entlang, auf der Suche nach versteinerten Überresten und kleinen Erinnerungsstücken an ihren Urlaub auf Rügen.

Zu den beliebtesten gehören die bekannten Donnerkeile. Die fossilen Stücke, auch Belemniten genannt, gehören zu einer der größten Gruppen urzeitlicher Kopffüßler, die vor 358 bis 70 Millionen Jahren in den Meeren lebten. Heute findet man sie als längliche, kegelförmige Steine wieder, die oft in bernstein- oder bräunlich gelben Farben am Strand zu finden sind. Die Bezeichnung „Donnerkeil“ geht auf Thor, den germanischen Donnergott zurück, der früher regelmäßig Blitze auf die Erde schleuderte. Der Sage nach trafen diese im Sand auf und „versteinerten“ zu sogenannten Donnerkeilen. Der alte Aberglaube ließ die Menschen annehmen, dass der Donnerkeil auch eine schützende Funktion hatte. So wurden die Steine oft unter die Dächer oder um die Häuser gelegt, um sich vor Blitzeinschlägen zu schützen oder man trug sie bei sich, um vor einem Hexenschuss bewahrt zu werden. Donnerkeile gehörten somit zu jeder guten Haus-Apotheke dazu, denn ihnen wurde auch eine heilende Wirkung bei Nieren- oder Blasenerkrankungen sowie Magenproblemen nachgesagt.

Auch die sogenannten „Hühnergötter“, Feuersteine mit kreisrunden Löchern, erfreuen sich großer Beliebtheit und gelten als Glücksbringer oder Talisman. So werden sie heute häufig als Schmuckstück, Mitbringsel oder für Dekorationszwecke genutzt. Früher wurden die schwarz weißen Steine den Hühnern ins Nest gelegt oder an einer Schnur am Hühnerstall aufgehängt. Hintergrund dafür war, die Tiere vor Krankheiten zu schützen und das Eierlegen zu fördern. So entstand auch der Name „Hühnergott“. Der Begriff Feuerstein wurde schon vor Jahrtausenden geprägt, als die Menschen die einzigartigen Steine als Werkzeug nutzten. Die scharfen Kanten eigneten sich damals hervorragend dazu, Dinge zu bearbeiten und zu schleifen. Beim Aufeinanderschlagen sprühten Funken – so entstand die Assoziation zum Feuer und der Name „Feuerstein“ war „geboren“.

Wer sich mehr für die kleinen Glücksbringer interessiert, sollte beim nächsten Strandbesuch nun genauer hinschauen. Die Feuersteine findet man fast überall auf der Insel. Doch besonders am Jasmunder Ufer und in den Feuersteinfeldern, einem 200 Hektar großen Gebiet in der „Schmalen Heide“, sind die schwarzen Schätze zu finden. Möchte man lieber einen Hühnergott ergattern, empfiehlt es sich zum Beispiel, direkt am Fuße der Kreidefelsen zu suchen und seinen ganz persönlichen Glücksbringer zu finden. So kommt beim Strandbesuch auf Rügen garantiert jeder auf seine Kosten und nimmt ein kleines Stück Rügen mit nach Haus.