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Weiße Stadt

Sehenswürdigkeiten in Putbus auf Rügen

Putbus als ehemalige Residenzstadt der Grafen und Fürsten Rügens bietet zahlreiche kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeiten. Wie auch in Binz und Sellin gibt es hier außergewöhnliche Architektur zu bewundern. Vor allem die Fassaden der weißen, klassizistischen Bauten und der Schlosspark ziehen mit ihrem besonderen Flair die Aufmerksamkeit der Inselurlauber auf sich. Die Weiße Stadt zählt so viele bedeutende Bauwerke, dass Putbus selbst als Sehenswürdigkeit gilt.

Zusätzlich locken das ganze Jahr über spannenden Veranstaltungen tausende Touristen in die Erlebnis- und Kulturhauptstadt Rügens. Besonders beliebt sind zum Beispiel die Putbus Festspiele, das Segel- und Hafenfest oder auch die Kabarett-Regatta Rügen.

Wer einen Ausflug nach Putbus plant oder hier eine Ferienwohnung mietet, sollte einige Highlights auf keinen Fall verpassen, darunter das Schloss mit Park und Kirche sowie die Orangerie. Diese bedeutenden Sehenswürdigkeiten finden sich im Stadtzentrum, was vor allem der Ansiedlung des Adelsgeschlechts der Herren zu Putbus zu verdanken ist, die hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts residierten.

© Norbert Kaiser / Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0]

Schloss Putbus

Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Das Adelsgeschlecht der Fürsten zu Putbus, das später sowohl für die Gründung als auch für die Namensgebung der Stadt verantwortlich war, richtete hier seinen Stammsitz in einer Burganlage ein. Diese wurde 1371 erstmals als sogenanntes „Steinhaus“ urkundlich erwähnt, ehe sich 1416 die Bezeichnung als Schloss durchsetzte. Im 15. Jahrhundert wurde das Schloss dann zunächst gotisch erweitert, bevor es im 18. Jahrhundert fast vollständig erneuert und umgebaut wurde. Erhalten blieben lediglich die gotische Erweiterung und der Renaissance-Teil, diese mussten jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts dem klassizistischen Umbau des Schlosses weichen.

Fürst Malte zu Putbus war es im 19. Jahrhundert, der in der Gegend um das heutige Putbus seine Residenz errichtete, damit die Stadt gründete und das Schloss im neoklassizistischen Stil erhielt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Besitz der Familie Putbus, war das Schloss nach Enteignung der Familie dem Verfall ausgesetzt, sodass es 1957 schließlich abgerissen wurde. Erst drei Jahre später wurde Putbus offiziell als Stadt anerkannt. Heute ist vom prunkvollen Schlossgebäude nur noch die Seeterrasse geblieben, die die Besucher an die glanzvollen Zeiten der Rügener Adelsfamilie erinnert.

Adresse:
Park 6
18581 Putbus

© Hedwig Storch / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Schlosspark Putbus

Putbus Gründer Fürst Malte zu Putbus war es auch, der im Jahr 1804 und damit bereits vor dem klassizistischen Umbau, um das frühere Schloss einen riesigen Park im französischen Stil anlegen ließ. Die bis heute erhaltene Parkanlage, wird jedoch mittlerweile im englischen Stil geführt und reizt mit vielen malerischen Ausblicken auf die Boddenlandschaft. Im Park konnten unter anderem die Orangerie, die Schlosskirche und das Residenztheater bewahrt werden. Heute wird der Park, dank der Erweiterung um ein Wildgehege, auch von Rotwild und Damwild bewohnt.

Ebenfalls erhalten geblieben, ist der Marstall, in dem in erster Linie die Pferde der Fürstenfamilie und deren Pfleger untergebracht waren. Zum Stall gehörten auch eine Reitbahn und eine Schmiede, die ebenso erhalten werden konnten. Wie auch das Schloss verfiel der Marstall nach der Enteignung der Familie Putbus Mitte des 20. Jahrhunderts zusehends. Der Marstall entging jedoch einem Abriss und wird seit 1990 für verschiedene Festspiele, Opern und Konzerte, aber auch für private Veranstaltungen genutzt.

Direkt angeschlossen an das Gelände des Schlossparks sind auch der 1828 ebenfalls von Fürst Malte zu Putbus angelegte Circus und dessen im Mittelpunkt stehender Obelisk, von einem Abriss verschont geblieben. Der kreisförmig angelegte Platz ist bis heute gesäumt von den klassizistischen Häusern des Fürsten, die heute allerdings von verschiedenen Firmen und Institutionen genutzt werden.

Adresse:
Schlosspark
18581 Putbus

Schlosskirche Putbus

Nach dem verheerenden Brand der ursprünglichen Kapelle im Jahr 1865 wurde der zuvor eigentlich als Kurhaus errichtete Saal 1891 zur Kirche umgebaut und zum Reformationstag 1892 eingeweiht. Die Kureinrichtung hatte durch die Errichtung der Seebäder in Binz und Sellin bereits stark an Bedeutung verloren, sodass der Verlust seitens der Bevölkerung billigend in Kauf genommen wurde.

Der umfangreiche Umbau, beinhaltete neben Entfernung der Obergeschosse den Anbau eines Turms im italienischen Campanile-Stil und die Einrichtung einer Sakristei im südlichen Teil des ehemaligen Kurhauses. So entstand eine einzigartige spätklassizistische Basilikakirche, die sich stark vom Backstein geprägten Stil der übrigen Kirchen auf Rügen unterscheidet. Im Inneren der Kapelle finden sich noch heute einige wertvolle Reliquien, wie z.B. das Altarbild und deren Leuchten, die aus der zuvor abgebrannten Kapelle gerettet werden konnten.

Ebenso wie das Schloss verfiel auch die Schlosskirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund mangelnder Pflege stark. Im Gegensatz zum Schloss wurde die Kirche jedoch nicht in den 50er Jahren abgerissen sondern erst in den 90er Jahren nach einem schweren Sturm gesperrt und schließlich saniert.

Adresse:
Alleestraße 34
18581 Putbus

© Pixelteufel / Flickr [CC BY 2.0]

Orangerie Putbus

Ebenfalls heute noch vorhanden ist die Orangerie aus dem Jahre 1824. Die weiße Schönheit mit den ausladenden vollverglasten Arkadenbögen thront auf einem kleinen Hügel und bietet daher eine traumhafte Aussicht auf den Schlosspark. Im Obergeschoss des mittleren Gebäudeteils befinden sich außerdem zwei besonders sehenswerte gusseiserne Statuen in Form der griechischen Siegesgöttin Nike.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Orangerie dazu eingesetzt, Pflanzen aus dem Ausland zu überwintern bis sie sich an das europäische Klima gewöhnt hatten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage zunächst für Wohnungsprojekte „zweckentfremdet“, um dann in den 70er Jahren die Kurverwaltung und die Stadtbibliothek zu beherbergen, die bis heute hier zu finden sind. Zu Beginn der 70er wurde außerdem bereits mit der Nutzung zu Ausstellungszwecken begonnen. Bis der Landkreis Rügen 1996 mit der umfassenden Rekonstruktion begann, konnte sich die Orangerie als Zentrum für Kunstaustellungen auf der Insel etablieren. Anfang des neuen Jahrtausends begann dann der Kunstverein der Stadt Putbus die Orangerie als Galerie des Landkreises zu nutzen. Seit 2011 ist die Kulturstiftung Rügen mitverantwortlich für das Ausstellungsprogramm und die Verwaltung der Räumlichkeiten.

Adresse:
Alleestraße 35
18581 Putbus