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Deutschlands größte Ostseeinsel misst 926 Quadratkilometer. Sie fahren hier mit der historischen Dampflokomotive Rasender Roland über Schmalspurgleise, besuchen das Ozeaneum in Stralsund oder laufen über den 185 Meter langen Skywalk am Königsstuhl. In diesem Artikel stellen wir Ihnen zehn konkrete Ziele mit exakten Adressen und Öffnungszeiten vor. So planen Sie Ihre Routen zielgerichtet und finden passende Unternehmungen für Sonnentage und Regenwetter direkt von Ihrer Ferienwohnung auf Rügen aus.
Der Nationalpark Jasmund schützt auf 3.000 Hektar alte Buchenwälder und die aktive Kreideküste. Das Meer unterspült die kalkhaltigen Felsen stetig und sorgt für regelmäßige Abbrüche. Diese geologische Besonderheit gehört seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Am Nationalpark-Zentrum Königsstuhl betreten Sie eine 185 Meter lange Hängebrücke. Der kühle Wind zieht hier direkt vom Wasser nach oben. Sie stehen sicher auf der massiven Konstruktion, exakt 122 Meter über den Wellen der Ostsee. Das Bauwerk schiebt sich barrierefrei weit über die steile Kreidekante hinaus und bietet Platz für tausend Personen gleichzeitig. Der alte Königsstuhl selbst ruht direkt nebenan. Naturschützer bewahren diesen markanten Felsen mittlerweile vor weiteren Tritten. Von Ihrem schwebenden Standpunkt aus betrachten Sie das weiße Gestein und das tiefe Blau völlig neu.
💡Tipp: Das Besucherzentrum verfügt über keine eigenen Parkplätze, weshalb Sie Ihr Auto im drei Kilometer entfernten Hagen abstellen und den Pendelbus der Linie 19 nutzen.
💡Tipp: Buchen Sie Ihr Zeitfenster für den Skywalk an sonnigen Wochenenden online vor, an der Tageskasse bilden sich in der Hauptsaison sonst längere Warteschlangen.
Die Schmale Heide zwischen Sassnitz und Binz beheimatet ein 40 Hektar großes Geröllfeld. Starke Sturmfluten spülten die Feuersteine vor etwa 3.000 bis 4.000 Jahren aus der Kreideküste an diesen Ort, im Nordteil türmen sich die Steine bis zu vier Meter hoch auf. Ohne Pflege würde die Fläche zuwachsen, deshalb entfernen Naturschützer regelmäßig aufkommenden Jungwuchs. Sie spazieren hier auf einem 2,5 Kilometer langen Pfad durch Heidekraut und kleine Wacholderbüsche. Das Betreten des Geländes kostet Sie nichts, für den Parkplatz am südlichen Ortsausgang von Neu-Mukran zahlen Sie hingegen eine Gebühr.
💡Tipp: Nehmen Sie festes Schuhwerk mit, der Wanderweg führt über losen Sand und die Steinfelder selbst sind uneben.

Die Orte Sellin und Binz spiegeln den Bäder-Boom des 19. Jahrhunderts wider. Adlige und wohlhabende Städter ließen hier Villen und Jagdsitze mit detailreicher Holzarchitektur und Backsteinarchitektur errichten.
Fürst zu Putbus hatte 1895 die Idee, aus dem Ort ein Ostseebad zu machen. Aus dem einstigen Grünen Steg wurde die Wilhelmstraße mit ihrer Lindenallee, 1896 eröffnete dort mit dem Hotel Fürst Wilhelm das erste Haus der Straße, später als Kurhaus bekannt. Die strahlend weißen Fassaden der Villen brachten dem Baustil den Beinamen weiße Perlen ein, seine Rundbogenfenster, Veranden und Holzgeländer mischen Klassizismus, Historismus und Jugendstil. Die Seebrücke Sellin ragt genau 394 Meter in die Ostsee hinein, am äußersten Ende bringt Sie eine metallene Tauchgondel viereinhalb Meter tief auf den Meeresgrund.
💡Tipp: Kommen Sie zum Sonnenuntergang auf die Brücke, dann taucht das Abendlicht die weißen Fassaden der Wilhelmstraße in ein warmes Rosa.
Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ließ das Jagdschloss Granitz zwischen 1837 und 1846 nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer bauen, den charakteristischen Mittelturm entwarf später der preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel. Rund 100.000 Taler kostete der Bau damals, unter den prominenten Gästen des 19. Jahrhunderts waren Alexander von Humboldt und der spätere Kaiser Wilhelm I. Das Schloss thront auf dem 107 Meter hohen Tempelberg, sein Turm kommt auf weitere 38 Meter. Sie steigen über eine freitragende Wendeltreppe aus 154 gusseisernen Stufen hinauf und blicken von der Plattform über die komplette Insel.
💡Tipp: Fahren Sie mit dem Jagdschloss-Express von Binz aus, dann sparen Sie sich den Fußweg vom Bahnhof und stehen fast direkt vor dem Turm.

Die Insel verfügt über historische Verkehrsnetze, die bis heute aktiv im Fahrplan stehen. Kohledampfloks und Fährschiffe ersetzen auf diesen Wegen Ihren privaten PKW komplett und drosseln das Tempo spürbar.
Seit 1895 verbindet die Rügensche BäderBahn die Küstenorte, seit 2008 betreibt die Pressnitztalbahn mbH aus dem sächsischen Jöhstadt die Strecke. Auf der 24 Kilometer langen Strecke zwischen Putbus, Binz, Sellin, Baabe und Göhren dampft die Lok mit 30 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit, an rund 180 Tagen im Jahr fährt sie zusätzlich bis Lauterbach Mole. Sie stehen auf den offenen Plattformen der Waggons und riechen die verbrannte Steinkohle.
💡Tipp: Setzen Sie sich auf eine der offenen Plattformen zwischen den Wagen, dort spüren Sie den Fahrtwind und den Kohlegeruch am intensivsten.

Die Reederei Hiddensee bringt Sie ab dem Hafen Schaprode in gut 30 Minuten auf die autofreie Schwesterinsel. Private Autos sind auf den 19 Quadratkilometern komplett verboten, nur rund 1.300 Menschen leben hier ganzjährig. Sie steigen am Anleger in Vitte auf Leihräder um und radeln zum Leuchtturm Dornbusch, der auf dem 72 Meter hohen Bakenberg steht und selbst 28 Meter hoch ist.
💡Tipp: Buchen Sie schon am Vortag die letzte Rückfähre, in der Hauptsaison sind die späten Verbindungen ab Kloster häufig zuerst ausgebucht.
Das 43 Meter hohe Kap Arkona bildet die Nordspitze der Halbinsel Wittow. Drei markante Türme markieren diese Klippe, die jährlich rund 800.000 Menschen besuchen.
Der quadratische Schinkelturm war von 1828 bis 1905 in Betrieb, direkt daneben steht der 35 Meter hohe, aktive Leuchtturm von 1902. Schon im 6. Jahrhundert errichteten slawische Ranen hier die Jaromarsburg, geschützt von einem 25 Meter hohen Burgwall, der noch heute zu erkennen ist. Knapp anderthalb Kilometer südlich duckt sich das Fischerdorf Vitt mit dreizehn schilfgedeckten Häusern in eine Schlucht am flachen Ufer. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1290, seine kleine achteckige Kapelle ließ Pastor Ludwig Gotthard Kosegarten ab 1806 errichten.
💡Tipp: Nehmen Sie für die Strecke vom Parkplatz zum Kap die Arkona-Bahn, den kleinen gasbetriebenen Minizug, wenn Sie Kinderwagen oder wenig Zeit dabeihaben.
💡Tipp: Besuchen Sie das Fischerdorf Vitt am frühen Morgen, dann sind die Gassen zwischen den Reetdachhäusern noch fast menschenleer.

Architekten schufen auf der Insel und dem nahen Festland Anlagen, die Ihnen Perspektiven liefern, die sonst Vögeln oder Fischen vorbehalten bleiben.
Das Naturerbe Zentrum Rügen betreibt in Prora einen 1.250 Meter langen, barrierefreien Holzsteg in vier bis siebzehn Metern Höhe. Der Pfad windet sich um eine dreißig Meter hohe Rotbuche, insgesamt legen Sie im Turm 600 Meter Steg zurück, davon 60 Meter pro Runde. Auf 40 Metern Höhe erreichen Sie die 29 Meter breite Aussichtsplattform mit Blick über den Kleinen Jasmunder Bodden.
💡Tipp: Besuchen Sie den Pfad kurz nach Sonnenaufgang, dann liegt oft noch Nebel über dem Bodden und die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Buchenkronen in goldenes Licht.
Das Deutsche Meeresmuseum betreibt in der Hafenstraße 11 in Stralsund das Ozeaneum. Hinter der markanten Stahlfassade fassen 50 Aquarien rund 2,6 Millionen Liter Wasser. Im Becken Offener Atlantik kreuzen Sandtigerhaie, während die Ausstellung Riesen der Meere lebensgroße Modelle von Blauwalen unter der Decke zeigt.
💡Tipp: Kommen Sie direkt zur Öffnung um 9:30 Uhr, dann stehen Sie vor dem Becken Offener Atlantik noch fast allein und die Sandtigerhaie ziehen ungestört ihre Bahnen.
Das ruhige Wasser des Boddens trennt die Halbinseln der Region. In Ralswiek wird dieses Ufer jeden Sommer zur größten Theaterbühne des Landes, wenn die Abendsonne hinter den dichten Schilfgebieten versinkt.
Ihren Ursprung nahmen die Festspiele bereits 1959 als Rügenfestspiele im Auftrag der DDR-Kulturpolitik, seit 1993 erzählen Schauspieler unter dem heutigen Namen das Leben des Freibeuters Klaus Störtebeker. 150 Mitwirkende, 30 Pferde und vier echte Schiffe agieren auf der 60 Meter breiten Naturbühne direkt am Boddenufer, rund 8000 Zuschauerplätze fasst die Naturbühne Ralswiek. Am 19. Juli 2010 zählte die Produktion ihren fünfmillionsten Besucher. Spezialeffekte wie Kanonenschüsse und brennende Häuser prägen das zweistündige Stück, das mit einem synchronisierten Höhenfeuerwerk endet.
💡Tipp: Buchen Sie die Tickets Monate im Voraus direkt beim Veranstalter und parken Sie Ihr Auto auf dem großen Auffangparkplatz an der Bundesstraße B96.
💡Tipp: Kommen Sie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, dann finden Sie noch einen guten Platz auf dem Auffangparkplatz und Zeit für einen Imbiss vor dem Einlass.
Zuletzt bearbeitet am: 09. Juli 2026